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Vergessen – liegt es an der Banalität des Films? Oder der Beliebigkeit einer kennen- gelernten Person? Oder sind es erste Anzeichen von nachlassender Geisteskraft?

 

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Foto © Ulrike Ziegler

Autorin: Ulrike Ziegler

Foto © Ulrike Ziegler

»In der aktuellen Zeit gibt es eine Beilage mit medizinischen Themen, darunter ein Beitrag zu Demenz und Alzheimer. Ich bin bestimmt nicht allein mit meiner sorgenvollen Frage, wie das gelegentliche Vergessen von Namen oder Fakten einzuordnen ist oder wieso ich mich an den Inhalt eines erst kürzlich gesehenen Films nicht erinnere. Liegt das an der Banalität des Films oder sind das erste Anzeichen von nachlassender Geisteskraft?

In dem Beitrag geht es unter anderem um die verschiedenen Möglichkeiten, gegen Alzheimer vorzubeugen. Da werden, neben regelmäßiger Bewegung, was auch den Körper bis ins hohe Alter fit halten soll, zum Beispiel Musizieren, Reisen, Karten spielen oder eine neue Sprache lernen empfohlen. Das klingt ja eigentlich alles recht angenehm, und ich habe erfreut festgestellt, dass ich mindestens zwei solcher heilsamen Tätigkeiten schon seit längerer Zeit mit großem Vergnügen ausübe.

Erstens: Komplizierte Kreuzworträtsel lösen

Kommt in dem Beitrag nicht vor, ist aber bestimmt auch hilfreich. Ich erinnere mich gut an meine Großmutter, die es im hohen Alter liebte, Patiencen zu legen und Kreuzworträtsel zu lösen. Oft hab ich ihr dabei zugesehen, und sie hat mich dann gelobt, wenn ich eine passende Spielkarte oder ein richtiges Wort für sie gefunden habe. Ob sie ihre geistige Beweglichkeit diesen beiden Beschäftigungen verdankte, kann ich nicht beurteilen, aber ich weiß noch, wie zufrieden sie war, wenn wieder mal eine Patience „aufging“ und wie stolz sie war, wenn sie ein Rätsel gelöst hatte.

Fürs Patiencenlegen fehlen mir Geduld und Zeit, aber vielleicht trägt die positive Erinnerung an die Stunden mit meiner Oma dazu bei, dass ich mich abends gern mal hinsetze und mir zur Entspannung eins von diesen Rätseln vornehme, bei denen man erst das Gedankenlabyrinth des Autors nachvollziehen und seine falschen Fährten durchschauen muss, bevor man das Rätsel knacken kann. Das Erfolgserlebnis ist angehm und kommt zuverlässig, und wenn noch ein paar trainierte Hirnzellen dabei herausspringen, umso besser.

Zweitens: neue Sprachen lernen

Als mein Vater sich aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen hatte, begann er, Spanisch zu lernen. Damals machte man das noch mit Schallplatten. Jeden Tag legte er sie auf, und man sah und hörte ihn im Zimmer hin- und herlaufen und die vorgesprochenen Wörter und Sätze wiederholen. Bald hatte er genug Kenntisse, um sich recht gut auf Spanisch zu verständigen, was er bei jeder Gelegenheit stolz vorführte. Mein Vater  hatte einen guten Grund, gerade diese Sprache zu lernen: damals hatten meine Eltern ein Ferienhaus an der Costa Brava erstanden, wo sie einen Großteil ihres Rentnerdaseins verbringen wollten. Leider ist mein Vater bereits mit 72 Jahren gestorben, kurz nach meiner Mutter. Zu früh, um die Früchte seines späten Lerneifers noch lange zu genießen.

Doch er war ein gutes Vorbild für mich, weil er mir zeigte, dass es auch für das Lernen einer neuen Sprache nie zu spät ist. Meine Sprachwahl hat allerdings keinen so offensichtlichen Grund wie seine damals. Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, Russisch zu lernen, und zwar nur, weil mir der Klang dieser Sprache gefällt. In unserer Firma gab es zwei russische Mitarbeiterinnen. Die eine kam aus Nowosibirsk, die andere aus Kasachstan. Wenn beide miteinander russisch sprachen, habe ich immer fasziniert gelauscht. Und irgendwann hab ich beschlossen, mich näher mit dieser Sprache zu befassen.

Heute legt man keine Schallplatten von Langenscheidt mehr auf, heute ist das Mittel der Wahl fürs Sprachenlernen ein Online-Kurs. Das ist spielerisch, interaktiv, visuell und macht damit richtig Spaß. Ich habe mich für den Anbieter Babbel entschieden und ich finde es ganz super, damit zu arbeiten!

Anfangs war ich noch recht fleißig dabei, doch ich muss gestehen, sehr konsequent habe ich es dann nicht durchgezogen, solange ich in unserem Unternehmen noch sehr eingespannt und abends zu erschöpft zum Lernen war. Aber jetzt - auch das ist wieder ein positiver Nebeneffekt der freien Zeiteinteilung - komme ich regelmäßig(er) zum Lernen und habe endlich das Gefühl, wirklich Fortschritte zu machen.

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, einmal die große russische Literatur, die ich schon als junges Mädchen begeistert verschlungen habe, im Original lesen zu können. Haha, das ist ein Scherz! Ich fürchte, dafür reicht meine restliche Lebenszeit nicht wirklich.

Egal! Das Russischlernen macht mir großen Spaß. Und wie ein tschechisches Sprichwort sagt: Du hast so viele Leben, wie Du Sprachen sprichst. Wenn das nicht eine gute Motivation ist!?

In diesem Sinne: Пока! до скорого - Tschüss! Bis bald!

________

 

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