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StartMenschenGanz ähnlich und ganz anders
Der Nachtsee erwacht. Bild von Veronika Rummel-Damian. Foto: Privat
Der Nachtsee erwacht. Bild von Veronika Rummel-Damian. Foto: Privat

Zwei Frauen – zwanzig Fragen – zwei Leben – zweierlei Kunst – zwei Städte ...

Ganz ähnlich und ganz anders

Die Autorin hat ihre Interviewpartnerinnen unabhängig voneinander in München kennengelernt und sich im Lauf der Zeit mit beiden angefreundet. Veronica Rummel-Damian lebt heute in Konstanz am Bodensee, Adelheid Weinhöppel ist vor Jahren in dasselbe Haus in der Maxvorstadt eingezogen, das auch die Autorin bewohnt. Die beiden Künstlerinnen kennen sich nicht.

1 Kommentar
Autorin: Dodo Lazarowicz

Die beiden Frauen sind 1948 in München geboren, die eine kommt aus einer großen Arztfamilie, die andere aus einer Künstlersippe, jede hat einen »Brotberuf« gelernt, beide malen, singen und dichten nur noch seit längerer Zeit.
Sie haben ihre Häuser verloren und ihre Männer. Alles was bleibt sind je eine Tochter und ein Enkelkind.
Sie kennen sich nicht, aber machen sich, jede allein, ihre vorletzten und letzten Gedanken zu ihrer »letzten Reise«.
Das beschäftigt sie gleichermaßen.
Die eine liebt es, mit Natur-Materialien zu arbeiten: Mit Leder, Fellen, Rinden, Goldstücken, handgeschöpftem Papier, Wachspapieren, Silber, Gold und Federn.
Die andere mit »ewigen« Materialien.
Beide verwenden die Technik der Assemblagen, Veronica Rummel-Damian   zählt sich zur Kunstrichtung der Arte Povera, Adelheid Weinhöppel  ››  nur bedingt.
Die eine betritt den Raum mit viel Aplomb und Lautstärke, füllt ihn aus.
Die andere verhalten, sich vergewissernd, bedacht, zierlich, hoch und schmal.

Zu alldem haben wir sie befragt und fanden sowohl die Damen wie ihre Antworten und Arbeiten höchst lesens- und sehenswert.
Hoffentlich geht es Ihnen genauso, liebe LeserInnen vom Magazin eigenleben!

1) Wolltest Du Prinzessin werden oder Lokführerin?

Veronica R-D. : Nein, Prinzessin ganz sicher nicht, vielleicht eine Frau in ihrem Betreuungsteam, die in ihr die Freude für‘s Malen, Zeichnen und Schreiben erwecken und begleiten könnte.
Auch Lokführer nicht, aber mit in seinem Zug, damit er konzentriert fahren kann. Und Trösterin weinender Kinder auf langen Strecken.

Adelheid W. Weder noch, eher Kinderärztin. Und im Fasching wollte ich auf keinen Fall lustig sein, das musste ich immer. Deswegen Prinzessin.

2) Bist Du mutig?

Fluchtweg. Veronica Rummel-Damian. Foto: Privat
Fluchtweg. Veronica Rummel-Damian. Foto: Privat

Veronica R-D. Nein, selten. Ich wollte nach Afrika und erzählte es allen, die mich für meinen Mut bewunderten. Deshalb tat ich es dann, deshalb verlangte ich von mir, meine Angst zu überwinden und wirklich dorthin zu fliegen. Alleine.

Adelheid W. Ich muss vorausschicken, das hier ist recht kurz geraten, aber wenn ich aushole, fülle ich Bücher. Zu der Frage: Nein! Ich tue Ungewöhnliches, aber da mir dies keine Angst macht, würde ich mich nicht als mutig bezeichnen.
Ich hab mich nie an Konventionen gehalten. Ich wurde immer für mutig gehalten. Ich wollte so gern normal sein, aber wusste nie, wie das geht. Bin zum Beispiel dreizehnmal aus Schulen geflogen…

3) Was war Deine grösste »Heldentat«?

Veronica R-D. Heldentat ist eher nicht das richtige Wort, aber ich kämpfe innerlich und äusserlich dafür, dass ein fünfjähriges Kind nicht als Gen-geschädigt bezeichnet wird. Ich kenne andere Ursachen und Zusammenhänge und will nicht aufgeben, auf einen positiven Ausgang zu hoffen.

Adelheid W. Meiner Tochter dazu verholfen zu haben, wie ein Baum im Leben zu stehen und ihren bevorzugten Ort gefunden zu haben.

4) War es richtig für Dich, Künstlerin zu werden?

Veronica R-D. Ja, es war richtig für mich, Künstlerin zu werden. Es ist für mich das einzige Gebiet in meinem Leben, in dem ich sicher bin, alleine entscheiden zu können, was für mich richtig und gut und möglich ist. Oder wo ich nicht spüre, das entspricht mir nicht und ich muss es trotz Anstrengung leider lassen. Ich habe mich lange nicht getraut, mich Künstlerin zu nennen, erst spät in meinem Leben, vielleicht j e t z t …
Ich habe nie davon zu träumen gewagt, dass das Hamburger Tanztheater von Marion Buchmann meine Gedichte in Tanz umsetzen würde, dass der norwegische Komponist Bernt Kasper Evensen meine Dichtungen vertonen und diese im norwegischen Rundfunk gesendet würden, ebenso nie, dass ich einmal für eigenleben interviewt werden würde.

Adelheid W. Die Frage hat sich nicht gestellt, ich war’s einfach. Als kleines Kind hab ich schon Räume gestaltet, Möbel bemalt, immer galt mein Denken dem, wie kann ich alles noch schöner mach. Mit 15 habe ich mein Zimmer entworfen, mein Vater hat es danach bauen lassen.

5) Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Assemblage aus Federn, Wachspapier, Goldfolie, handgeschöpftem Papier. von Veronica Rummel-Damian. Foto: Privat
Assemblage aus Federn, Wachspapier, Goldfolie, handgeschöpftem Papier. Von Veronica Rummel-Damian. Foto: Privat

Veronica R-D. Als Teil von L‘Art Pauvre oder Arte Povera und mit der Technik der Assemblagen.
Ich bin auch eine Zeichnerin, zeichne gern Portraits. Immer wieder entstehen auch Aquarelle, manchmal mit, manchmal ohne Federzeichnungen.

Adelheid W. Ich gestalte … und das in voller Kontemplation, man könnte auch sagen, in voller Spiritualität.

6) Was hat Dich entscheidend geprägt?

Veronica R-D. Meine Eltern, meine Familie, meine Geschwister, mit denen ich ein Jahr in Kongo/Kinshasa leben und Erfahrungen sammeln durfte. Die Zeit in der »Academie des Beaux Arts«. Die Zeit in Schottland, Camphill, bei »Children in Need of Special Care« und in den »Rudolf-Steiner-Schools. Die Zeit in Hamburg, die Arbeit in der Gerontopsychiatrie. Die Geburt meiner Tochter und das Leben als alleinerziehende Mutter. Die Ausbildung zur zertifizierten Linkshänder-Beraterin bei Dr. Sattler.

Adelheid W. Lesen und Kunst. Ich war dauernd in der Internationalen Jugendbibliothek in der Kaulbachstrasse und ich habe beim europaweiten polnischen Wettbewerb für Kinder mitgemacht, »Meine Heimat« und die »Wies‘n« auf zwei Meter Leinwand gemalt – und gewonnen. Obwohl ich null Selbstbewusstsein hatte.

7) Bist Du religiös und wenn ja, wie?

Ohne Titel. Bild von Adelheid Weinhöppel. Foto: Sabine Schulte
Ohne Titel. Bild von Adelheid Weinhöppel. Foto: Sabine Schulte

Veronica R-D. Doch, ich würde mich als religiös bezeichnen. Ich bin katholisch erzogen, aber auch offen für alle anderen Richtungen, in denen Menschen Schutz, Orientierung und Lebenssinn suchen/finden.
Ich bin dankbar für Andere und mich selbst beten zu können. Ich möchte Kritik äussern dürfen, aber meinen Glauben an Gott behalten. Ich glaube an seine Führung.

Adelheid W. Siehe oben Frage 6): Eher spirituell.

8) Wenn Du politische Entscheidungen treffen könntest, welche würdest Du wählen?

Veronica R-D. Ich würde mich für bessere Bezahlung im Bereich der Arbeitstherapie psychisch Kranker und Strafgefangener einsetzen.
Drei Monate Probe und Einarbeitungszeit mit Betreuung sind mit niedriger Bezahlung in Ordnung, aber spätestens dann sollte selbstachtende Bezahlung gesichert sein.

Adelheid W. Meinst Du, welche Partei? Ich würde Grün wählen und für ausreichendes Bürgergeld sorgen und ein Grundeinkommen für alle.

9) Engagierst Du Dich – und für was?

Veronica R-D. Ich möchte schon auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit achten und mehr Wissen und Informationen auf diesem Gebiet erhalten, aber auch die Möglichkeiten der Umsetzung und Anwendung.

Adelheid W. Nur wenn »was auf mich drauf fällt« um mich rum, da helf ich. Das mach ich, weil‘s so ist, nicht weil ich was Gutes tun muss. Wir hatten ein ungewöhnlich offenes gastliches Haus. Es gab Freunde, da musste ich beim Essen draussen warten.
Früher durften die türkischen Kinder umsonst bei mir Malunterricht nehmen. Sechs Kinder haben bezahlt, zwei nicht. Beim Malen haben sie diskutiert über Religionen oder schwul sein. »Schwul ist kein Schimpfwort«, war ganz klar.

10) Hast Du Dich schon mal für etwas geschämt und für was?

Veronica R-D. Doch, Scham ist mir nicht fremd. Ich merke, dass es mir nicht immer gelingt, mich klar und deutlich auszudrücken und ich dadurch manchmal falsch verstanden werde. Wenn mir ein anderer Mensch die Möglichkeit gibt, bin ich erleichtert und froh.

Adelheid W. Ja durchaus. Die Gründe würden zu weit führen. Ganz schlimm und sehr beschämend ist, wie mit Kindern geredet wird: Gib die Hand, sag schön Grüss Gott, benimm dich etc. Das greift so tief in das Unbewusstsein und lässt einen sich peinlich fühlen. Weil, an sich ist gar nichts peinlich, nur dieser Drill.

11) Wirst Du sehr bewundert und verehrt als Künstlerin?

Veronica R-D. Das weiss ich nicht, bewundert, verehrt als Künstlerin? Die dafür notwendige Selbstdarstellung fällt mir immer noch und immer wieder sehr schwer.
Eine dafür nötige Bekanntheit, die als Voraussetzung für Bewunderung neu angepasste und ergänzte Website ist heute sehr wichtig. Leider bin ich technisch dazu nicht fähig und angewiesen auf Leute, die sich professionell damit befassen und sehr teuer sind.
Aber auf Ausstellungen und Lesungen erfahre ich viel positive Zuwendung. Auch freu ich mich über Anerkennung durch Freunde und Verwandte in meinem Wohnatelier.
Manchmal werde ich auch positiv überrascht, z.B. von Handwerkern, die nach getaner Arbeit fragen, ob ich Künstlerin sei und ob sie noch etwas bleiben dürfen, um meine Werke anzuschauen.

Adelheid W. Früher schon, vielleicht jetzt auch manchmal. Aber ich brauche es nicht mehr.

12) Bist Du stolz auf Deine Werke und auf welche besonders?

Veronica R-D. Besonders liebe ich meine Arbeiten »Von Braque berührt« und »Nada de Turbe« (der Titel eines Lieds aus Taize) oder »Nichts soll dich beunruhigen«.
Diese Arbeiten sind Assemblagen und gehören zum Bereich der Arte Povera, L‘Art Pauvre.

Adelheid W. Im Augenblick auf die Sandbilder. Weil ich immer das Neueste und das Letzte mag. Rauher Sand und smoothes Gold, schön und glatt.

Sandbild von Adelheid Weinhöppel. Foto: Sabine Schulte
Sandbild von Adelheid Weinhöppel. Foto: Sabine Schulte

13) Geht es in Deutschland gerecht und fair zu? Gibt es alles Wichtige für alle?

Veronica R-D. Nein, ganz sicher nicht. Da gibt es noch unendlich viel zu tun im Bereich der Förderung und Begleitung von deutschen und ausländischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sowie alten Menschen.

Adelheid W. Ich glaube nicht an Gerechtigkeit, finde aber dennoch, dass es in Deutschland viel mehr davon geben sollte.

14) Ist die KünstlerIn der Gesellschaft verpflichtet?

Veronica R-D. Ich bin glücklich, wenn ich ab und zu eines meiner Bilder für einen guten Zweck zur Verfügung stellen kann. Wie im letzten Fall etwa für die »Tafel«.

Adelheid W. Es gibt KünstlerInnen, die äussere Vorgänge zum Anlass für Bilder nehmen, bei anderen sind es innere Vorgänge. Beides dient der Gesellschaft.

15) Fühlst Du Dich stabil, stark, gesund und bedeutend?

Auf der Suche nach dem Heimweg – von Veronica Rummel-Damian. Foto: Privat
Auf der Suche nach dem Heimweg – von Veronica Rummel-Damian. Foto: Privat

Veronica R-D. Stabil fühle ich mich nicht – bedeutend schon gar nicht, am ehesten für mein Alter noch relativ gesund. Mit Einschränkungen, im Bus fühle ich mich unsicher beim Einsteigen, Stempeln, Platz finden und hinsetzen. Ich gerate auch schnell in Aufregung beim rechtzeitig Hochkommen und Aussteigen, vor allem mit Gepäck. Da spür ich das Alter sehr.

Adelheid W. Stark bin ich nicht, gesund noch viel weniger und bedeutend schon gleich gar nicht. Aber Stabilität habe ich dazugewonnen.

16) Wenn Du nochmal starten könntest (oder es im nächsten Leben tust), was würdest Du anders machen? Oder auch nicht?

Veronica R-D. Ich würde gern viele Sprachen sprechen und zum internationalen Verständnis beitragen. Ich hätte gern WIEDER künstlerische Zusammenarbeit mit Musikern, Komponisten, Dichtern und Tänzern.
Meine jetzigen Erfahrungen möchte ich behalten und mutiger ausbauen, auch bei Therapien und Begleitung von Linkshändern.

Adelheid W. Ich würde mir ein einfacheres Elternhaus suchen und wenn das nicht klappt, würde ich wohl alles so machen, wie ich es gemacht habe.

17) Es gehen Dir viel und oft die »vorletzten und letzten Dinge« durch den Kopf. Welche besonders?

Veronica R-D. Wie hinterlasse ich meinen Nachkommen und den Menschen, die sich für mich verantwortlich fühlen, möglichst wenig Arbeit? Wie kann ich den Menschen danken, die mich unterstützt und ermutigt haben? Nicht zu früh – und nicht zu spät?

Adelheid W. Kann ich nicht nennen, in Allem liegt Alles. Gott, Sterben, Göttliches, Religion – alles mischt sich. Ich bin bayrisch-katholisch.

18) Sterben und Tod werden weitgehend ausgeklammert, bei Dir nicht. Kannst Du vermitteln, was genau Dich daran bewegt und beschäftigt?

Ohne Titel. Werk von Adelheid Weinhöppel. Foto: Sabine Schulte
Ohne Titel. Werk von Adelheid Weinhöppel. Foto: Sabine Schulte

Veronica R-D. Wir sind zuhause als Arztkinder mit Tod und Sterben konfrontiert worden. Sterben gehörte wie die Geburt ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Ich habe auch unerwartetes Sterben in direkter Nähe bei meinem Lebensgefährten erlebt. Obwohl ich an ein Leben nach dem Tod glaube, bin ich immer noch sehr traurig darüber.

Adelheid W. Ohne Gedanken an das Sterben wäre das Leben ja schon komisch – Wen die Zwangsläufigkeit des Sterbens nicht berührt… Man sollte ehrlicher sein, nicht alles im Nachhinein schön reden. Ich mag Beerdigungen, die ich gestalte. Ich mag, wenn es um Kunst geht.

19) Vielleicht können wir etwas lernen? Wenn Du Dein Leben Revue passieren lässt, was war das Wesentliche? Worauf kommt es wirklich an?

Veronica R-D. Ich war nie verheiratet, hab aber jahrelange, sehr gute, tragende, anhaltende, tiefe, wertvolle Freundschaften erlebt, zu Männern wie zu Frauen.

Adelheid W. Für mich war es viel Therapie und viel Lernen. Dinge wie Beziehungsfähigkeit, Loslassen, Empathie. Ich beziehe das auf mich, jeder Mensch muss etwas anderes lernen und nicht jeder braucht Therapie.

20) Bist Du neugierig auf das Leben danach? Hast Du keine Angst und findest, es reicht jetzt einfach?

Veronica R-D. Ja, ich hoffe auf ein Leben danach. Ich bilde mir ein und glaube in gutem Kontakt mit »meinen Verstorbenen« zu sein.
Ich habe einige Gedichte darüber geschrieben, zwei davon möchte ich zum Schluss nennen:

MEIN SARG

Meinen Sarg seh ich weiß,
aus gepresstem Papier –
mit Federn und kleinen
Goldpapierresten beklebt und bestückt –

fliegen könnend –
direkt hinauf zum Himmel –
wo meine toten Freunde und
Verwandten mich lächelnd erwarten –
Und sicher meinen Flug stoppen
und anhalten –
um ebenso lächelnd anzukommen,
auszusteigen –
und Ruhe zu finden.
VR-D

WENN ICH DAS KOMMEN

Wenn ich das Kommen
meines Todes spüre,
will ich all meine Freunde
zu mir bitten,
um einander noch einmal
kräftig wärmen zu dürfen,-

und all diese Wärme
dann mitnehmen zu Gott
und sagen: –

„Schau Du, ich bring Dir
die Wärme meiner Freunde
die Du mir geschenkt hast, –

sorg Du dafür,
dass sie ebenso warm
sterben dürfen wie ich selbst.
VR-D.

Adelheid W. An ein Leben nach dem Tod glaub ich nicht. Aber wenn es das ist, ich nehm was ich krieg. Es reicht mir die Vorstellung, Sternenstaub zu werden. Das Sterben jedoch hat mir früher viel Angst gemacht. »Da vergeht in Bähmen schnell a Viertel«. Ich hab lange nach legaler Sterbehilfe gesucht. Heute weiss ich, wie ich bei anhaltend starken Schmerzen auf schöne und friedliche Weise, begleitet von meiner Tochter, dem Leben ein Ende setzen kann. Meine arme Tante ist noch schreiend vor Schmerzen gestorben. Da ging es nur um Lebensverlängerung. Das ist vorbei. Und dann liege ich unter dem Baum, wo der Bruno schon liegt, schau auf den See um mich herum, der Wind weht und ich red mit dem Bruno, lächle und erzähl ihm.

Das momentane Lieblingsgedicht von Oma Adelheid und ihrem Enkel Nono ist von James Krüss und heisst »Das Lied vom Wald«.
Sie singen es gemeinsam.

 

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  1. Tina Stadlmayer schreibt

    13. Februar 2024 at 11:52

    Liebe Dodo, danke für das interessante Interview. Die beiden Künstlerinnen sind beeindruckende Persönlichkeiten mit tiefen Erkenntnissen und ihre Werke gefallen mir sehr gut!

    Antworten

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